Im Gespräch

Ein tiefer Einblick in meine Motivation, mein Schaffen und meine Vision als Künstlerin.

Wann beginnt eigentlich ein Kunstwerk?

Diese Frage wird mir manchmal gestellt. Und je länger ich darüber nachdenke, desto mehr merke ich: Ein Kunstwerk beginnt für mich nicht mit Farbe, nicht mit einer Leinwand und auch nicht mit dem ersten Schmetterling. Es beginnt mit einem Gedanken. Mit einer Idee. Mit einem Gefühl. Manchmal entsteht dieser Gedanke ganz plötzlich.

Beim Spazierengehen. Beim Beobachten. In einem Gespräch. Oder durch einen Moment, der mich berührt. Dann fängt etwas an zu arbeiten. Nicht auf der Leinwand. Sondern im Kopf. Ich denke darüber nach. Ich stelle Dinge wieder infrage. Verändere. Verwerfe. Entwickle weiter. Und irgendwann kommt der Moment, in dem ich weiß: Jetzt ist die Zeit gekommen, diese Idee sichtbar zu machen.

Warum ich nie mit dem Schmetterling beginne.

Wenn Menschen meine Kunst sehen, denken viele wahrscheinlich zuerst an die Schmetterlinge. Das kann ich gut verstehen. Sie fallen sofort ins Auge. Doch was viele nicht wissen: Ich beginne nie mit dem Schmetterling. Bevor der erste Schmetterling seinen Platz findet, beschäftige ich mich mit etwas ganz anderem. Ich frage mich: Welche Stimmung soll dieses Kunstwerk ausstrahlen?Soll es Ruhe vermitteln? Leichtigkeit? Energie? Oder einen Moment schaffen, in dem der Betrachter einfach innehält? Erst danach beginnt für mich die eigentliche Gestaltung. Farben. Strukturen. Licht. Tiefe. Bewegung. Alles entwickelt sich Schritt für Schritt. Und irgendwann kommt der Moment, an dem der erste Schmetterling seinen Platz findet. Nicht zufällig. Sondern genau dort, wo er die Geschichte des Kunstwerks unterstützt. Vielleicht beginnt meine Kunst deshalb gar nicht mit einem Schmetterling. Sondern mit einer Idee und einem Gefühl.

Wann ist ein Kunstwerk eigentlich fertig?

Diese Frage stelle ich mir bei jedem einzelnen Kunstwerk. Nicht nur einmal. Sondern immer wieder. Es gibt Momente, in denen ich denke: Jetzt ist es fertig und einen Tag später gehe ich noch einmal daran vorbei. Ich schaue, ich beobachte ich lasse das Kunstwerk auf mich wirken. Manchmal verändert sich nichts, manchmal merke ich plötzlich: Hier fehlt noch etwas, vielleicht ein kleiner Farbton, vielleicht ein Schmetterling. Vielleicht genau das Detail, das das ganze Werk ins Gleichgewicht bringt. Das Spannende ist: Es gibt keinen Zeitpunkt, an dem mir jemand sagt: “Jetzt bist du fertig.” Diese Entscheidung muss ich selbst treffen und genau das macht den kreativen Prozess so besonders. Denn manchmal ist weniger mehr und manchmal braucht ein Werk den Mut, noch einmal alles zu verändern. Ich glaube, ein Kunstwerk ist nicht dann fertig, wenn nichts mehr hinzugefügt werden kann sondern dann, wenn alles zusammen eine Geschichte erzählt.

Warum ich manchmal stundenlang einfach nur schaue.

Wer mein Atelier betreten würde, könnte manchmal denken: „Sie arbeitet gerade gar nicht.Ich stehe vor einem Kunstwerk ich gehe ein paar Schritte zurück. Ich betrachte es. Ich gehe wieder näher heran und manchmal passiert mehrere Minuten lang… nichts zumindest wirkt es von außen so. In Wirklichkeit passiert genau in diesen Momenten unglaublich viel. Ich beobachte. Ich überlege. Ich stelle mir Fragen.Braucht das Werk mehr Ruhe? Mehr Bewegung? Mehr Tiefe? Ist die Balance schon da?Oder fehlt noch dieses eine kleine Detail? Manchmal verschiebe ich nur einen einzigen Schmetterling, nur wenige Zentimeter, manchmal drehe ich ihn leicht und plötzlich verändert sich die Wirkung des gesamten Kunstwerks. Genau diese Momente zeigen mir immer wieder: Kunst entsteht nicht nur durch das, was man macht. Sondern auch durch das, was man bewusst wahrnimmt.

Warum manche Kunstwerke Monate oder sogar Jahre entstehen

Manchmal werde ich gefragt: „Wie lange brauchst du für ein Kunstwerk?“ Meine Antwort überrascht viele. Denn darauf gibt es keine feste Antwort. Manche Werke entstehen innerhalb weniger Wochen andere begleiten mich über Monate und manchmal sogar über Jahre. Nicht, weil ich sie vergesse, sondern weil ich ihnen Zeit gebe. Es gibt Kunstwerke, die ich zunächst bewusst zur Seite stelle. Nicht, weil sie schlecht sind. Sondern weil ich spüre: Es fehlt noch etwas. Ich weiß vielleicht noch nicht was. Aber ich weiß, dass der richtige Moment noch nicht gekommen ist. Mit etwas Abstand sehe ich ein Werk oft mit neuen Augen. Ich entdecke Dinge, die mir vorher nicht aufgefallen sind. Manchmal reicht eine kleine Veränderung, manchmal entwickelt sich daraus eine völlig neue Richtung. Für mich gehört diese Zeit genauso zum kreativen Prozess wie das eigentliche Gestalten. Nicht jede Idee muss sofort abgeschlossen werden. Manche brauchen einfach Zeit, um zu wachsen.

Nikolas Ingerle

Marketing for weird people

http://ikonenschmiede.de
Zurück
Zurück

3D Kunst an Ihrer Wand